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"Viel Enthusiasmus und Gestaltungskraft"

Das war doch zweifelsfrei etwas Besonderes: ein Abend des "Hanse-Trios" mit einem Werk, das zuerst nach Brahms klang, dann an Richard Straussens "Rosenkavalier" erinnerte, anschliessend Assoziationen an Richard Wagner ausloste und zuguterletzt wie eine Melange aus Dvorak und Beethoven mit einem Hauch Salonmusik wirkte.

In kaum einem Moment klang dieses Stuck originell. Und trotzdem machte es Spass diesem Stuck zu lauschen, das von einem heute vergessenen Komponisten geschrieben wurde, den zu kennen nicht wichtig ist, den einmal zu horen aber durchaus reizvoll war: Carl Fruhling heißt der aus Lemberg stammende Notensetzer, der noch 1927 geschrieben hat wie andere Komponisten funfzig Jahre frueher: eine interessante Begegnung, die aber wohl nur deshalb zum Gewinn fur den Zuhoerer wurde, weil das fast noch Jugendliche "Hanse-Trio" Fruhlings Klarinetten-Trio mit grossen Enthusiasmus, ueberzeugender Gestaltungskraft und manchmal auch mit einem Schuss, Ironie vortrug.

 

Die drei Musiker Dmitri Eremin am Cello, Stiefan Lieber an der Klarinette und Johan Soer am Klavier zeigten nach einem anfangs etwas konturenlos gespielten Beethoven-Trio bei Fruhlings Stuck was sie alles zu leisten im Stande sind. Sehr gut auf einander abgestimmtes Zusammenspiel, technische Souveranitat, frappierende Musikalitat und konsequent eingesetzten Gestaltungswillen zeichneten das Musizieren der drei Solisten aus.

. die enorme kunstlerische Reife des gerade einmal 25-jahrigen Cellisten, die naturliche Lockerheit des Klarienettisten und das fein zuruckhaltende, sehr differenzierte Spiel des Pianisten, dem man allerdings manchmal etwas mehr Mut zur Eigeninitiative hatte wunschen konnen. Dies insbesondere deshalb, weil die zupackende Musikalitat der beiden anderen Instrumentalisten ihn phasenweise etwas in den Hintergrund draengte.

Von Reinald Hanke

 

 

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