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Eine gluckliche Verbindung

Kammerkonzert mit Dmitri Eremin und Andrej Iwanowitsch in Bergzabern.

Der Abend erfüllte die hoch gesetzten Erwartungen voll und ganz und setzte ein kammermusikalisches Glanzlicht von seltener Intensität. In den Sonaten von Brahms - der zweiten in F-Dur op. 99 - und Rachmaninoff boten der Cellist Dmitri Eremin und der Pianist Andrej Iwanowitsch am Freitag im Haus des Gastes in Bad Bergzabern ebenso ausdrucksstarke wie formvollendete Wiedergaben.

Die beiden jungen Musiker aus St. Petersburg waren wirkliche Partner, wobei jeder seine individuellen Vorzüge in das gemeinsame Musizieren einbrachte, ohne sich dadurch vorzudrängen oder umgekehrt an persönlichem Profil zu verlieren. Im Gegenteil: der stets auf verblüffende Weise ausgewogene Klang führte zu einer absoluten Gleichwertigkeit der beiden Instrumente. Auch bei Kammermusik auf höchster Stufe ist das keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Schon die zu Beginn gespielte Toccata von Frescobaldi - Alte Musik umgemodelt zum romantischen Charakterstück - ließ sogleich die Stärken von Dmitri Eremin offenkundig werden: ein ungemein klangvoller und singender Celloton, den der Peterburger Konzertmeister ungemein farbenreich zu modellierten und expressiv zu weiß. Eremins Spiel war erst recht in den beiden gewichtigen Sonaten ausgesprochen vielgestaltig, beredsam und hochgradig souverän: immer getragen von der nachdrücklichen Vergegenwärtigung der musikalischen Gesten und Ausdruckscharaktere.

Auch als Kammermusiker bestach Andrej Iwanowitsch durch eine beseelte und beseelende Verbindung von technischer Meisterschaft, ausgesprägtem Formgefühl und inniger Empfindung. Die immensen, quasi konzertanten Anforderungen des Klavierparts der g-moll-Sonate op. 19 von Rachmaninoff ließ Iwanowitsch mit seiner tief in das Wesen dieser Musik eindringenden Spielweise völlig vergessen.

Eremins prägnant gestaltende, eher extrovertiert deklamierende Expressivität und Iwanowitschs nicht minder virtuoses, tendenziell nach innen gerichtetes, nachsinnendes und nachfühlendes Spiel führten jedenfalls zu einer glücklichen Symbiose.

 

 

Diese gab der Brahms-Sonate bei aller vorwärts drängenden Emphase den ihr gemäßen melancholischen Unterton und entfaltete bei Rachmaninoff ein dynamisch unglaublich differenziertes und weit gespanntes Seelendrama in Tönen. Das Publikum war von solcher Leidenschaft gebannt und feierte die Künstler mit wahrer Begeisterung.

Am kommenden Samstag, 25. November, besteht um 17 Uhr in einem Benefizkonzert des Landauer Frauenrings in der Aula der Landauer Maria-Ward-Schule noch einmal Gelegenheit, das Duo mit einem anderen Programm zu hören.

 

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