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Beeindruckend fur Ohr und Auge.

Uber 400 Besucher feiern im Wurzer Pfarrgarten das Petersburger Cello Ensemble

 

Wurz. Nicht kleckern, sondern klotzen. Take ten. Dachte sich seinerzeit Anatoly Nikitin und grundete das zehnkopfige Petersburger Cello Ensemble. Wem das noch nicht genugt, der sei an das "Berliner Dutzend", die zwolf Cellisten der Berliner Philharmoniker verwiesen. Zeiten, als man sich mit nur drei Tenoren begnugte, scheinen endgultig passe zu sein. Der Kulturbetrieb treibt bunte Bluten. Sehr zur Freude des Publikums.

Nicht kleckern, sondern klotzen. Dachte sich auch dieses und stromte so zahlreich wie schon lange nicht mehr nach Wurz. Erinnerung wurden geweckt, Erinnerungen an das erste Wurzer Sommerkonzert vor gut 20 Jahren, als "1000 Ohren" aufmerksam lauschten, was sich denn so tut im bis dato verschlafenen Wurzer Pfarrgarten. Rund 800 Ohren waren es diesmal, die wiederum gespannt der Dinge harrten. Nicht kleckern, sondern klotzen. Dachte sich schlie?lich und letztendlich auch das Petersburger Cello Ensemble und gab jeglichen kammermusikalischen Anspruch an der holzernen Eingangspforte ab.

Es gab dem Publikum, was des Publikums ist: beeindruckende Klangfulle, gegen die sich nur noch die Schlage der Wurzer Kirchturmuhr behaupten konnte, nicht unbedingt auf Intonationsfeinheiten setzend.

Schonste Eintracht

Zelebriert wurde das Konzert von zehn jungen Musikern (keiner alter als 31 Jahre), deren musikalisches Engagement dafur immer wieder zur Augenweide geriet, wenn man in schonster Eintracht die Bogen schwang oder bei Ravels "Pavane pur une infante defunte" schwarmerisch den Blick gen Abendhimmel hob. Apropos Programm. Das bestand selbstredend aus Arrangements bekannter, mal weniger bekannter Easy Listenings von Handel bis Villa-Lobos, uberwiegend im elegisch-melancholischen Tonfall, von Wilfried Hillers pfiffigem "Klapperschlangen-Tango" einmal abgesehen. Bis zuletzt lie? man das Publikum doch tatsachlich in dem Glauben, dass die russische Seele halt nicht anders kann.

 


Der Gegenbeweis kam erst im Zugabenteil: Mit einem kurzen, aber uberaus effektvollen Abstecher in jazzige Gefilde, wo man plotzlich die Celli grooven lie?, dirty notes genusslich auskostete und lustvoll verwegen den walking bass zupfte. Ein Abstecher, der seine Wirkung nicht verfehlte. 800 Ohren stellten sich noch einmal auf, hatten gerne noch mehr davon gehort.

Nach dem Motto, nicht kleckern, sondern klotzen, feierte man mit Bravo-Rufen und Standing Ovations das Petersburger Cello Ensemble.

Oberpfalz, 20 Августа 2007

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